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Ein Referat vorbereiten und halten

Beim Referat wird etwas anderes geprüft als bei einer Klassenarbeit: nicht, was du weißt, sondern was bei den anderen ankommt. Das ist der Grund, warum Leute mit dem besseren Wissen manchmal die schlechtere Note bekommen - sie haben alles gesagt, was sie wussten, statt das, was zu verstehen war.

Lesezeit

6 Minuten

Thema

Referat

Von

Scooly

Referat

Kurz gesagt

  • Grenz das Thema ein, bis es in die Zeit passt. Ein zu großes Thema ist der häufigste Fehler.
  • Bau den Vortrag um EINE Frage herum, die du am Ende beantwortest.
  • Halt ihn einmal laut und mit Uhr, bevor du ihn hältst. Einmal reicht, im Kopf zählt nicht.

Zuerst: wonach wird eigentlich bewertet?

Frag die Lehrkraft nach den Kriterien, bevor du anfängst. In den meisten Fächern sind es vier bis fünf, und sie sind über Fächer hinweg erstaunlich ähnlich: Inhalt, Aufbau, Vortrag, Medien, manchmal ein Handout.

Wichtig daran ist die Verteilung: Der VORTRAG zählt oft genauso viel wie der Inhalt. Wer zwei Nachmittage recherchiert und den Vortrag nie geübt hat, hat die Hälfte der Note vorbereitet.

Frag außerdem nach der Zeit - und nimm sie ernst. Deutlich zu lang ist in fast jeder Kriterienliste ein Abzug, und es ist der ärgerlichste: Er hat mit dem Thema gar nichts zu tun.

Das Thema eingrenzen, bis es passt

Der häufigste Fehler beim Referat wird ganz am Anfang gemacht: Das Thema ist zu groß. „Der Zweite Weltkrieg“ in zehn Minuten wird zwangsläufig eine Aufzählung von Jahreszahlen, bei der niemand etwas mitnimmt.

Die Faustregel ist unbequem und stimmt: Etwa ein Aspekt je fünf Minuten. Bei zehn Minuten sind das zwei, nicht sieben. Alles Weitere, das du recherchiert hast, ist nicht verloren - es macht dich sicher bei Nachfragen.

  1. 1

    Von der Überschrift zur Frage

    Aus „Fotosynthese“ wird „Warum wachsen Pflanzen im Dunkeln nicht?“. Eine Frage gibt dem Vortrag ein Ziel, und die Zuhörer wissen von der ersten Minute an, worauf es hinausläuft.
  2. 2

    Ein Beispiel schlägt drei Erklärungen

    Wer ein einziges Beispiel wirklich durchgeht, wird verstanden. Wer drei Definitionen nacheinander vorliest, nicht. Das gilt in jedem Fach.
  3. 3

    Was du weglässt, gehört auf ein Extrablatt

    Nicht in den Vortrag. Auf ein Blatt für dich - für die Nachfragen danach, die auch bewertet werden.

Der Aufbau, der fast immer funktioniert

  1. 1

    Einstieg: eine Frage, eine Zahl, ein Bild

    Nicht „Ich halte heute mein Referat über…“. Die ersten zwanzig Sekunden entscheiden, ob zugehört wird. Eine überraschende Zahl, eine echte Frage in die Klasse, ein Bild ohne Erklärung - irgendetwas, das nicht nach Pflichtübung klingt.
  2. 2

    Ankündigen, was kommt

    Zwei Sätze: worum es geht und in welchen Schritten. Danach weiß jeder, wo im Vortrag er gerade ist - und das ist der Unterschied zwischen Folgen und Aussteigen.
  3. 3

    Der Mittelteil: zwei bis drei Punkte, mit Übergängen

    Zwischen den Punkten ein Satz, der sie verbindet („Das erklärt, warum…“). Übergänge sind das, was einen Vortrag zusammenhält; ohne sie ist es eine Liste, die jemand vorliest.
  4. 4

    Schluss: die Frage vom Anfang beantworten

    Kein „Das war mein Referat, danke fürs Zuhören“ als einziger Schluss. Die Antwort auf die Einstiegsfrage in einem Satz - dann ist der Bogen zu, und das merkt jeder, auch wenn niemand sagen kann warum.

Folien und Handout: weniger, als du denkst

Die Medien sind ein eigenes Bewertungskriterium, und sie werden fast immer falsch verstanden: Sie sollen den Vortrag stützen, nicht ersetzen.

  1. 1

    Auf die Folie gehört, was man SIEHT

    Bild, Diagramm, Schaubild, höchstens Stichworte. Was man hört, sagst du. Eine Folie mit fünf Sätzen zwingt die Zuhörer zu wählen, ob sie lesen oder zuhören - und beides gleichzeitig geht nicht.
  2. 2

    Niemals vorlesen, was dasteht

    Das ist der zuverlässigste Punktabzug beim Vortrag, und er ist auch der auffälligste: Alle im Raum können schneller lesen, als du sprichst.
  3. 3

    Das Handout ist für DANACH

    Es fasst zusammen, was hängenbleiben soll - eine Seite, gegliedert, mit den Quellen. Es ist nicht dein Manuskript und nicht die Folien auf Papier.
  4. 4

    Quellen nennen, auch die offensichtlichen

    Wikipedia ist als Einstieg in Ordnung und als einzige Quelle ein Abzug. Zwei bis drei verschiedene reichen völlig - und sie gehören auf das Handout, nicht in den Vortrag.

Halten: der Teil, den fast niemand übt

Hier entscheidet sich die Hälfte der Note, und hier wird am wenigsten vorbereitet. Es ist auch der Teil, bei dem eine einzige Übung den größten Unterschied macht.

  1. 1

    Einmal laut, mit Uhr, allein im Zimmer

    Im Kopf durchgehen zählt nicht - laut sprechen ist eine andere Tätigkeit, und du merkst erst dabei, an welchen Stellen dir die Worte fehlen. Meistens ist man auch deutlich länger, als man dachte.
  2. 2

    Stichworte, keine ausformulierten Sätze

    Wer einen ausgeschriebenen Text dabeihat, liest ihn ab - das passiert von selbst, sobald man nervös wird. Karteikarten mit fünf bis zehn Stichworten je Abschnitt zwingen zum freien Sprechen und geben trotzdem Halt.
  3. 3

    Langsamer, als sich richtig anfühlt

    Aufregung beschleunigt, und man merkt es selbst nicht. Wer bewusst langsamer anfängt, landet ungefähr bei normalem Tempo.
  4. 4

    Pausen sind erlaubt

    Eine Pause fühlt sich vorne endlos an und ist von unten kaum zu bemerken. Nach einem wichtigen Satz kurz stehenzubleiben wirkt souverän - und gibt dir Zeit zu überlegen, was als Nächstes kommt.

Häufige Fragen

Wie lang darf ein Referat sein?

+

So lang, wie die Lehrkraft es vorgibt - und das ist keine Formalie: Deutliches Überziehen steht in fast jeder Bewertungsliste als Abzug. Als Faustregel für den Inhalt: etwa ein Aspekt je fünf Minuten. Bei zehn Minuten sind das zwei bis drei, nicht sieben.

Wie fange ich ein Referat an?

+

Mit etwas, das nicht nach Pflichtübung klingt: einer echten Frage in die Klasse, einer überraschenden Zahl oder einem Bild ohne Erklärung. Danach zwei Sätze dazu, worum es geht und in welchen Schritten. „Ich halte heute mein Referat über…“ ist der schwächste Einstieg, den es gibt - und der häufigste.

Was hilft gegen Aufregung beim Referat?

+

Am meisten hilft, es einmal laut und mit Uhr geübt zu haben - ein großer Teil der Aufregung kommt daher, dass die Situation ungewohnt ist, nicht daher, dass man den Stoff nicht kann. Vorne dann: bewusst langsamer anfangen, als sich richtig anfühlt, und Pausen zulassen. Wenn die Aufregung dich regelmäßig blockiert und nicht nur unangenehm ist, sprich mit der Lehrkraft darüber - dafür gibt es Wege, und sie sind nicht peinlich.

Wie viele Folien braucht ein Referat?

+

Weniger als vermutet. Eine grobe Orientierung ist eine Folie je ein bis zwei Minuten, aber die Zahl ist nicht der Punkt: Auf die Folie gehört, was man SIEHT - Bild, Diagramm, Stichwort. Was man hört, sagst du. Eine Folie mit fünf Sätzen zwingt die Zuhörer, zwischen Lesen und Zuhören zu wählen.

Darf man Wikipedia als Quelle benutzen?

+

Als Einstieg ja, als einzige Quelle wird es in der Regel abgewertet. Der praktische Weg: bei Wikipedia anfangen, dann den Quellenangaben ganz unten folgen - dort stehen die Bücher und Artikel, auf die sich der Text stützt. Zwei bis drei verschiedene Quellen auf dem Handout reichen völlig.

Und wo Scooly hilft

Referate stehen bei Scooly in derselben Liste wie Klassenarbeiten: Du fotografierst die Aufgabenstellung ab, der Termin wird erkannt und eingeordnet. Und was du an Material sammelst, liegt an einem Ort statt in fünf Tabs - der Teil, der beim Referat am meisten Zeit frisst, bevor das Denken überhaupt anfängt. Den Vortrag halten musst du selbst.

Ob Scooly für dein Problem überhaupt das richtige Werkzeug ist, steht im Vergleich mit ANTON, Knowunity und den anderen Lern-Apps - einschliesslich der Fälle, in denen eine andere die bessere Wahl ist.

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