Kurz gesagt
- Im Blackout: Blatt umdrehen, langsam ausatmen, eine Minute nichts tun. Dann mit der leichtesten Aufgabe anfangen.
- Vorher hilft am meisten, den eigenen Stand zu kennen - ein großer Teil der Angst ist Unsicherheit darüber, was drankommt und ob man es kann.
- Wenn die Angst Schlaf, Essen oder Schulbesuch beeinflusst, ist es keine Nervosität mehr. Dann red mit jemandem.
Was in dem Moment hilft, in dem nichts mehr da ist
Ein Blackout fühlt sich an, als wäre alles weg. Das ist er in aller Regel nicht - er ist ein Zustand, in dem gerade nichts abrufbar ist, und er geht vorbei. Das Schlimmste, was man tun kann, ist, auf die leere Stelle zu starren, weil die Anspannung damit steigt und die leere Stelle bleibt.
Die folgenden Schritte sind nichts Ausgefallenes. Sie funktionieren, weil sie etwas anderes zu tun geben, als sich an das Fehlende zu erinnern.
- 1
Das Blatt umdrehen und eine Minute nichts tun
Eine Minute klingt nach viel und ist bei einer Schulaufgabe nichts. Langsam ausatmen, länger als einatmen, ein paar Mal. Solange man auf die Frage starrt, arbeitet man gegen sich. - 2
Mit der leichtesten Aufgabe anfangen, nicht mit der ersten
Die Reihenfolge auf dem Blatt ist kein Gesetz. Einmal ganz durchblättern, die Aufgabe suchen, die sicher geht, und die zuerst machen. Danach ist der Kopf meistens wieder da - und ein paar Punkte sind schon sicher. - 3
Aufschreiben, was du noch weißt
Zum Thema irgendetwas an den Rand schreiben: ein Stichwort, eine Formel, ein Datum. Nicht die Antwort suchen, sondern Umliegendes aufschreiben. Sehr oft kommt die Antwort über das Drumherum zurück. - 4
Nicht zu den anderen schauen
Wer schon schreibt, weiß deshalb nicht mehr - er hat nur mit einer anderen Aufgabe angefangen. Der Blick nach rechts kostet Ruhe und bringt nichts. - 5
Die Frage umformulieren
Aufgabenstellungen sind oft in einer Sprache geschrieben, die nirgends sonst vorkommt. Die Frage einmal in eigenen Worten hinschreiben - manchmal ist das Blackout gar keins, sondern man hat die Frage nicht verstanden.
Was in den Tagen davor hilft
Ein Teil der Prüfungsangst ist Angst vor dem Unbekannten: Man weiß nicht genau, was drankommt, und weiß auch nicht, ob man es kann. Beides lässt sich verkleinern, und das ist der einzige Hebel, der wirklich an der Ursache ansetzt.
Wichtig ist der Unterschied zwischen mehr lernen und anders lernen. Wer aus Angst noch länger liest, wird nicht ruhiger - er hat am Ende nur mehr Stunden investiert und weiß immer noch nicht, wo er steht.
- 1
Einmal messen statt schätzen
Zu jedem Thema einmal eine Aufgabe ohne Hilfsmittel versuchen. Das ist unangenehm und beruhigt hinterher mehr als alles andere: Danach hast du eine Liste statt eines Gefühls, und die meisten Listen sind kürzer als das Gefühl. - 2
Einmal unter echten Bedingungen üben
Eine alte Arbeit am Stück, mit Uhr, ohne Buch. Ein großer Teil der Aufregung kommt daher, dass die Situation ungewohnt ist - und Ungewohntes wird durch Üben gewöhnlich. - 3
Der Abend davor gehört nicht dem Stoff
Nichts Neues mehr anfangen. Kurz durch die Fehler der letzten Tage gehen, Sachen einpacken, dann aufhören. Schlaf ist an diesem Abend die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. - 4
Am Morgen wenig Koffein
Sehr viel Kaffee oder Energydrink erzeugt Herzklopfen und Unruhe, und der Körper unterscheidet das nicht von Angst - man fühlt sich dann ängstlicher, als man ist. Frühstücken hilft mehr.
Wann es mehr ist als Aufregung
Nervosität vor einer Prüfung ist verbreitet und gehört dazu. Es gibt aber eine Grenze, und die verläuft nicht bei der Stärke des Gefühls, sondern daran, was es mit dem Rest anstellt.
Wenn du wegen Prüfungen über Tage nicht schlafen kannst, dir übel wird, du an dem Tag nicht in die Schule gehst oder du die Prüfung im Kopf schon Wochen vorher jeden Tag durchspielst, dann ist das kein Charakterproblem und auch nichts, was man mit besseren Lerntipps löst.
Rede mit jemandem: den Eltern, einer Lehrkraft, der du zutraust, dass sie zuhört, oder dem schulpsychologischen Dienst - den gibt es in jedem Bundesland, und er ist kostenlos. Wenn dir das alles zu nah ist, gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111, anonym und kostenlos. Das ist keine große Sache, und es ist deutlich weniger peinlich, als es sich vorher anfühlt.
Häufige Fragen
Ist Prüfungsangst normal?
+
Aufregung vor Prüfungen ist verbreitet, auch bei Leuten, die gut vorbereitet sind und gute Noten schreiben - sie ist kein Hinweis darauf, dass du zu wenig kannst. Etwas anderes ist es, wenn die Angst Schlaf, Essen oder den Schulbesuch beeinflusst. Dann geht es nicht mehr um Lerntipps, dann ist es Zeit, mit jemandem zu reden.
Was mache ich, wenn ich mitten in der Arbeit ein Blackout habe?
+
Blatt umdrehen, ein paar Mal langsam ausatmen, eine Minute nichts. Dann durchblättern und mit der Aufgabe anfangen, die sicher geht - nicht mit der ersten. Wenn du wieder drin bist, gehst du zurück. Und schreib zu der Frage, bei der es hakte, alles an den Rand, was dir zum Thema einfällt; sehr oft kommt die Antwort darüber zurück.
Hilft mehr Lernen gegen Prüfungsangst?
+
Anders lernen hilft, mehr lernen kaum. Wer nur länger liest, bleibt genauso unsicher, weil er immer noch nicht weiß, was er kann. Was tatsächlich beruhigt, ist, den eigenen Stand einmal geprüft zu haben und die Situation einmal geübt zu haben - beides ersetzt ein Gefühl durch eine Auskunft.
Was hilft am Morgen der Prüfung?
+
Frühstücken, rechtzeitig da sein, wenig Koffein. Und den Gesprächen auf dem Gang aus dem Weg gehen, in denen alle aufzählen, was sie noch nicht können - das ist die verlässlichste Art, sich zehn Minuten vorher unsicher zu machen. Wenn du noch etwas ansehen willst, dann nur die eigenen Notizen, nichts Neues.
Kann man eine Prüfung wegen Prüfungsangst verschieben?
+
Möglich ist es, aber die Regeln unterscheiden sich je nach Schule und Bundesland, und in der Regel braucht es mehr als den Wunsch - meistens ein ärztliches Attest. Der richtige erste Schritt ist trotzdem derselbe: mit der Lehrkraft oder der Vertrauenslehrkraft sprechen, bevor der Tag da ist. Danach lässt sich klären, was in deinem Fall geht.

Und wo Scooly hilft
Scooly nimmt niemandem die Angst - das kann eine App nicht. Was es abnehmen kann, ist der Teil, der aus Unsicherheit besteht: Was drankommt, steht nach dem Abfotografieren des Stoffplans als Liste da, und zu jedem Thema kannst du ein paar Aufgaben machen, bevor es zählt. Am Tag der Prüfung weißt du dann wenigstens, worauf du dich einlässt.
Ob Scooly für dein Problem überhaupt das richtige Werkzeug ist, steht im Vergleich mit ANTON, Knowunity und den anderen Lern-Apps - einschliesslich der Fälle, in denen eine andere die bessere Wahl ist.

